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(Quelle: Der Stern; Ausgabe 28, 05.07.2001, Seite: 19)
Die Westdeutsche Landesbank (WestLB), Deutschlands größte öffentlich-rechtliche Kreditanstalt, steht an der Spitze eines Konsortiums, das die Finanzierung einer heftig umstrittenen Erdölpipeline durch Ecuador mit rund zwei Milliarden Mark sichern soll. Nutznießer sind sechs Energiekonzerne, die noch in diesem Jahr mit dem bereits genehmigten Bau beginnen wollen.
Die Ölleitung soll durch einzigartige Regenwälder führen, darunter das "Mindo-Nambillo"-Vogelschutzgebiet mit rund 450 teils vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Nach Auffassung internationaler Umweltorganisationen verstößt die geplante Trasse gegen ecuadorianische Umweltgesetze und treibt die vom Ökotourismus lebende örtliche Bevölkerung in den Ruin.
In Ecuador kam es schon zu heftigen Protesten; mehrere Klagen wurden gegen das Projekt eingereicht. An den Verhandlungen um die Finanzierung des Ölprojektes hatte auch die Deutsche Bank teilgenommen, die dann aber "auf Grund der Umweltproblematik" (Sprecherin Daniela Elvers) ausgestiegen war. Die WestLB hingegen verteidigt das Ölprojekt. Es sei "wirtschaftlich wichtig für das arme Land Ecuador", sagte ein Sprecher dem Stern. Zudem seien alle Umweltstandards erfüllt.
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